Ingelheim am Rhein ist eine lebendige, moderne Stadt mit großer Geschichte und beeindruckenden historischen Zeitzeugnissen.
Die bis 1939 selbstständigen Gemeinden Nieder-Ingelheim mit Sporkenheim, Frei-Weinheim und Ober-Ingelheim sind mit einem neuen Zentrum zur Stadt Ingelheim am Rhein zusammengewachsen, die 26.000 Einwohner zählt. Großwinternheim, das sich südlich in die Weinberge des rheinhessischen Hügellandes schmiegt, ist seit 1972 ein Ingelheimer Stadtteil.
Die exponierte Lage am Rhein machte Ingelheim schon früh zu einem bevorzugten Siedlungsgebiet wie Faustkeilfunde zeigen. Auch die Römer hinterließen ihre Spuren, bevor die Franken das Gebiet vereinnahmten.
Ab dem 6. Jahrhundert war Ingelheim Reichsland mit einem großen merowingischen Königshof.
Der Entschluss Karls des Großen, eine prächtige Kaiserpfalz zu errichten, legte den Grundstein für die historische Bedeutsamkeit der folgenden Jahrhunderte. Bis zum 14. Jahrhundert war der „Ingelheimer Grund“ reichsunmittelbares Gebiet.
Nach der Verpfändung durch Karl IV. im Jahre 1375 begann eine 400-jährige Zugehörigkeit zur Kurpfalz bis Napoleon die linksrheinischen Lande besetzte.
Danach wurde das Ingelheimer Gebiet mit dem neu formierten „Rheinhessen“ Teil des Großherzogtums und späteren „Volksstaats“ Hessen-Darmstadt. Heute ist Ingelheim am Rhein eine große kreisangehörige Stadt in Rheinland-Pfalz und Sitz der Kreisverwaltung Mainz-Bingen.
Das heutige Ingelheim ist durch die Industrialisierung und die wirtschaftliche Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert geprägt. Die bäuerliche Struktur wandelte sich, da immer mehr Menschen ihren Lebensunterhalt als Industriearbeiter und Angestellte verdienten. Vor allem Nieder-Ingelheim entwickelte sich als Standort für Betriebe. Als größtes Unternehmen trägt das forschende Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim den Namen der Stadt in die ganze Welt.
Kultur erleben
Der prall gefüllte Veranstaltungskalender bietet zahlreiche kulturelle Veranstaltungen. Während der Sommer-Kultur-Wochen von Mai bis August präsentieren sich internationale Interpreten in den historischen Kulissen der beiden Open-Air-Bühnen. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch die großen Volksfeste und die vielen Festivitäten in den Stadtteilen.
Internationale Tage Ingelheim
Die Internationalen Tage Ingelheim sind ein Kulturengagement von Boehringer Ingelheim. Das Festival mit seiner international beachteten Ausstellung im Alten Rathaus von Nieder-Ingelheim und einem bunten Begleitprogramm findet jährlich zwischen Mai und Juli statt.


Wirtschaftlich aktiv und doch der Natur so nah, lädt die Stadt zum Kennenlernen ein. Ingelheim am Rhein hat viel Sehenswertes zu bieten. Liebevoll restaurierte historische Bauwerke, Kirchen und eine gute Infrastruktur, um alles stressfrei kennen lernen zu können.
Die landschaftliche Lage ist überaus reizvoll und ungemein abwechslungsreich. So sollte man unbedingt den Sonnenuntergang auf der Uferpromenade genießen und bei einem Spaziergang das Landschaftsschutzgebiet Rheinauen entdecken. Gut ausgebaute Wander- und Radwege führen durch die Spargel und Obstfelder der Rheinebene und die sanft ansteigenden Hänge der Weinberge.
„Im Alter täte man gut, wie Karl der Große seine Residenz in einem solchen Dunstkreis zu fixieren“ meinte einst ein begeisterter Johann Wolfgang von Goethe bei einem Besuch in Ingelheim.
den höher liegenden Teilen der Stadt hat man schöne Einblicke in die rheinhessische Umgebung und herrliche Ausblicke auf das Rheintal und den Rheingau am gegenüber liegenden Ufer des Rheins. Beeindruckend ist der Panoramablick vom Westerberg mit seinem Aussichtspunkt Bismarckturm.
Genießen Sie die fast mystische Umgebung im Naturschutzgebiet Rheinauen, berauschen Sie sich im Frühjahr an der verschwenderischen Fülle der Obstbaumblüten eines der größten zusammenhängenden Obstanbaugebiete Deutschlands, freuen Sie sich über die Tier- und Pflanzenvielfalt der Naturrefugien und tauchen Sie ein in die rebenbestandenen Hänge.
Die Wellnessoase „Rheinwelle“ liegt mitten in den Obstfeldern. Die Erlebnis-Wasserwelt wird ergänzt durch fünf unterschiedliche Saunen, einem Dampfbad, dem ganzjährig geöffneten Außen-Natur-Badeteich sowie einem Wellness-Massage-Bereich. Während der Sommersaison ist zusätzlich das städtische Freibad „Im Blumengarten“ geöffnet.
Ganz wie es Ihnen gefällt und für jeden das Richtige. Bequeme Fahrradwege entlang des Rheins oder der Selz gehören zum gut ausgebauten Radwegenetz. Wer es sportlicher mag, kann auf den Westerberg fahren und dort den Weitblick genießen.
Im europäischen Mittelalter gingen von Nieder-Ingelheim mit seiner Kaiserpfalz nachhaltige Impulse in das damalige Abendland. Während in der Folgezeit diese Bedeutung nachließ, entwickelte sich Ober-Ingelheim immer stärker. Hier und im kleineren Großwinternheim hatten die ursprünglich mit der Verwaltung der Pfalz beauftragten Ingelheimer Adligen ihre Höfe. Ober-Ingelheim und Großwinternheim wurden freie Reichsdörfer mit Wehrmauern. Die Burgkirche in Ober-Ingelheim wurde zusätzlich mit einer doppelten Wehrmauer befestigt. Ober-Ingelheim hatte weniger unter den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges und dem pfälzischen Erbfolgekrieg zu leiden, als die anderen Stadtteile und konnte sich beachtliche steinerne Zeitzeugnisse aus jener Zeit erhalten.
Sie ist eine der am besten erhaltenen Wehrkirchen Deutschlands und Kern der Ober-Ingelheimer Verteidigungsanlage. Die Außengestalt spiegelt die Erweiterungen wider - von der frühen Romanik bis zur späten Gotik. Im kostbar ausgestatteten Innenraum beeindrucken die spätgotischen Gewölbe, die farbenprächtigen Glasfenster und die Stumm-Orgel aus dem 18. Jh. mit reichem Schnitzwerk. Teil der imposanten Befestigungen sind die ringsum begehbare Wehrmauer, der Malakoffturm mit Bodenverlies und der Zwinger.
Noch heute zeugen die repräsentativen Gutshöfe vom Wohlstand der mittelalterlichen Adelsgeschlechter. Architektonisch interessant ist auch die volkstümlich „Selztaldom“ genannte ev. Kirche aus der Neuzeit.
Der Universalgelehrte Sebastian Münster, 1488 in Nieder-Ingelheim geboren, ist der berühmteste Sohn der Stadt. Er lehrte seit 1529 als Professor in Basel und machte sich im Laufe seines Lebens einen Namen als bedeutender Hebraist (hebräischer Sprachwissenschaftler). In die Geschichte ist Münster als Geograph und Verfasser eines umfangreichen populären Werkes eingegangen: der »Cosmographia«. Diese zählte zu den begehrtesten Büchern des 16. Jahrhunderts. Sebastian Münster starb am 26. Mai 1552 in Basel an der Pest. Sein Andenken wurde lange Zeit durch sein Bildnis auf dem vorletzten Hundertmark-Schein wach gehalten. Das Museum bei der Kaiserpfalz besitzt eine umfangreiche Sammlung von Publikationen Sebastian Münsters, ebenso Portraits von ihm.
Die Ingelheimer Kaiserpfalz wurde am Ende des 8. Jahrhunderts von Karl dem Großen als Palastanlage erbaut. Sie diente ihm und insgesamt 17 weiteren mittelalterlichen Herrschern als Regierungsort. Im Mittelalter wurde das Reich nicht von einer Hauptstadt oder festen Residenz aus regiert, sondern die Herrscher reisten permanent durchs Land.
An den Monitoren im Besucherzentrum macht eine digitale Rekonstruktion die Ausmaße und die prächtige Ausgestaltung der Pfalz fotorealistisch erlebbar. Der Kaiserpfalz-Film ermöglicht spannende Einblicke in die Arbeit der Wissenschaftler vor Ort. Darüber hinaus zeugen ausgestellte archäologische Funde vom Leben und Luxus in der Pfalz. Herausragende Bedeutung unter den Exponaten besitzt die weltweit einzige Goldmünze mit dem Kaiserbild Karls des Großen. Sie wurde 1996 bei Kaiserpfalzgrabungen gefunden.
In der Stadt findet man viele Bezugspunkte zum Wein: Weinreben, die sich über Straßen oder an Hauswänden empor winden, geschnitzte oder geschmiedete Verzierungen an den Häusern und einladend gestaltete Weingüter.
Alljährlich zur Zeit der Weinernte treffen sich Tausende aus nah und fern zum großen neuntägigen Rotweinfest auf dem Gelände der Burgkirche, deren abendliche Illumination eine zauberhafte Kulisse bietet.
Die Rotweinkönigin ist die höchste Repräsentantin des Ingelheimer Weines. Mit ihren Prinzessinnen wirbt sie national und international für Weingenuss aus Ingelheim.
Mehr als 1.500 Mitglieder der Region Ingelheim liefern ihre Obst- und Spargelerträge zur Vereinigten Obst-Genossenschaft als zentrale Vermarktungsstelle. Der Ingelheimer Großmarkt ist der führende deutsche Süß- und Sauerkirschenvermarkter mit der einzigen deutschen Kirschenbörse und inzwischen auch Deutschlands letzter Obstversteigerer. Mit 2.000 Tonnen Mirabellen ist die VOG auch bei dieser Obstsorte der größte nationale Anbieter. Beeindruckend ist die hochmoderne Kernobstsortieranlage mit vollautomatischer Qualitätssicherung, die pro Stunde 10 Tonnen Äpfel nach Handelsklassen sortieren kann.